Coming-Out im Dorf? Allein unter Heteros

Wie ist das, schwul, lesbisch, bi oder trans* im Dorf zu sein? Wie kommt man damit klar? André und Lea haben mit uns sehr offen über ihr Coming-Out im Dorf gesprochen.

Team: Marspet, Patrick Stijfhals, Tobias Reckmann
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27 COMMENTS

  1. Liebe Community, wir haben unseren YouTube-Kanal aus organisatorischen Gründen in ein so genanntes Brand-Konto umgewandelt. Das hat leider zur Folge, dass all unsere eigenen Kommentare und Antworten unter den Videos gelöscht wurden. Eure Kommentare sind davon nicht betroffen. Alles, was ab heute kommt, bleibt dann auch 🙂

  2. Die Geschichte von André kommt mir sehr bekannt vor. Ich selbst bin ebenfalls auf einem Dorf in der Nähe von Erfurt aufgewachsen. Auch ich habe damals, das ist jetzt 27 Jahre her, meinen Eltern einen Brief geschrieben. Auch bei mir fand die Kommunikation "nur" mit meiner Mutter statt. Mobbing in der Berufsschule durfte ich am eigenen Leibe erleben! Für mich kam nur der Weggang aus meiner Geburtsheimat in Frage. Die intolerante und agressive Art, konnte ich einfach nicht ertragen. Damals nicht und auch heute noch nicht! Ich habe nie in der Stadt gelebt, habe mich bewusst für eine Leben auf dem Land entschieden und im westfälischen Münsterland eine tolle, offene, tolerante und herzliche Heimat gefunden. Hier bin ich noch nie wegen meiner "Lebensart" angemacht oder angeriffen worden. Ich wurde sofort überall integriert und auch meine Partner waren von Anfang an immer und überall gleich willkommen. Schon krass das sich nach über 20 Jahren das Thema HOMOSEXUALITÄT immer noch sehr zäh durch die Köpfe der "Intelligenz resistenten Nebenexistensen“ zieht! Viel Glück, Mut und Kraft für alle jungen Homosexuellen auf dem Lande!!!

  3. Wenn ich als Kind gesagt hätte, dass ich kein Junge bin, hätte, mein Vater mich mit Sicherheit auf der Stelle getötet!
    Mit 17 fälschte ich dann meinen Perso damit ich endlich ausziehen konnte und mein eigenes Leben leben konnte, erst dann wagte ich im Geheimen mal den einen oder anderen Versuch…
    Die olle Raupe von früher gibt es nicht mehr, jetzt bin ich ein wunderschöner Schmetterling, freu. 🙂

  4. So ist das mit dem Menschen: Alles was er nicht kennt, wird erstmal skeptisch beäugt. Eine "weiße Normie-Hete" wird nie erfahren wie es ist, aus der Masse so herauszustehen. Damit die weiße Normie-Hete wenigstens tolerant ist, braucht es aber starke Menschen, die das Weltbild "gerade rücken". Wegziehen in die Stadt mag dem Individuum helfen, es ist aber auch eine Flucht vor dem Kampf, die Gesellschaft zu verändern. Da muss natürlich jeder selber abwägen, ob er dafür stark genug ist.

  5. Bei dem Brief von Andre musste ich weinen. Aus eigener Erfahrung weiß es, wie schlimm es ist im Dorf schwul zu sein und wie viele Entwürfe man im Kopf hat, wie man es den Eltern am besten mitteilt. So mutig wie Andre bin ich längst nicht gewesen; ich habe es meiner Mutter erst mit 26 Jahren gesagt aus Angst vor den Konsequenzen. Natürlich hat sich alles schnell wieder normalisiert, aber es ist doch erstaunlich, wie sehr es die Eltern trifft, wenn ihr Kind homosexuell ist. Dass ich es so unnötig lange verheimlicht habe, würde ich kein zweites Mal so machen.

  6. 9:30 es ist schon interessant, wie jeder seine eigenen Vorurteile bestätigen will. So kommen wir aber nicht weiter! In dem Dorf des Mädchens gab es nicht eine einzige homophobe Äußerung. Die Dame war vielmehr sehr nett und aufgeschlossen. Ich komme also nach diesem Beitrag zu einer konträren Einschätzung. Ich denke auch, dass es ein Fehlschluss ist, vom Verhalten von Andrés Mutter, die ja persönlich betroffen ist, auf die allgemeine Haltung der Landbevölkerung zu schließen. Wir werden erst dann vollständig akzeptiert sein, wenn wir aufhören anderen Intoleranz zu unterstellen und dann auch noch nach Verhaltensweisen suchen, die uns in unseren Vorurteilen bestätigen. Was Andre passiert ist, hätte ihm auch in der Stadt passieren können.

  7. "ich kenn den ersten abschnitt vorlesen so wie ich angefangen hab meine gedanken zu sortieren………. mama. " :'D das war ein kurzer abschnitt 😛

  8. Meiner Erfahrung nach ist der Anteil Bi-sexueller Personen auf dem Land höher.
    In den Städten ist es eher der Fall das mann sich bekennen muss, mann gehört dazu oder nicht.
    Auf dem Land ist mann eher bereit mal etwas auszuprobieren, aber alles heimlich hinter verschlossenen Türen.

  9. Warum braucht man überhaupt ein Coming Out? Mein Gott, dann sei halt schwul oder lesbisch und statt mit nem Partner des anderen Geschlechts kommst du halt eines Tages mit einem Partner deines Geschlechts Zuhause an. Warum muss es denn bei denen überhaupt ne Ankündigung geben vorher? Macht doch einfach und gut ist

  10. Interessanter Bericht, aber deckt sich überhaupt nicht mit meinen Erfahrungen. Ich bin im Allgäu geboren und lebe hier. Ich arbeite im Sommer als Senn in Schweiz und bin überall voll geoutet und hatte noch nie Probleme, trotz der “traditionell“ Lebensweise. Wie soll Homosexualität auf dem Land normal werden, wenn alle in die Stadt abhauen!?

  11. Ich bin Bäckerei Fachverkäuferin und meine Vorgesetzte sagte mir: ich hoffe kein Kunde hat das gehört, dass du lesbisch bist.

    Aber sie ist angeblich tolerant. -. –

    Mir ist das egal. Ich mache daraus kein Geheimnis!
    Love is love! ❤️
    Steht zu eurer sexuellen Orientierung! Proud!

  12. Achje… Abraten vom Coming-Out im Jahr 2018 bzw. 2019 !??!?! Ich hab mir das als 16jährige in einem kleinen Dorf vor 20 Jahren auch gefallen lassen müssen, dass ich gemobbt wurde, aber sind nicht all diese Jahre vergangen!? Anscheinend nicht…
    Toxische Maskulinität und das Patriarchat schaden uns allen, allen Geschlechtern und Identitäten :/ #untilallarefree

  13. Da muss ich kurz mal mein Kaff verteidigen. Meine Oma, aufgewachsen unter NS-konformer Erziehung, hat mir dazu mal gesagt "Der liebe Gott hat einen großen Tiergarten", will heißen es ist ganz egal wie man sich identifiziert, wen man liebt, das definiert ja nicht wer man als Mensch ist. Hier wird das schon akzeptiert, von allen 150 Leuten.

  14. Wir leben im 21. Jahrhundert, ich versteh nicht warum so viele Menschen immer noch was gegen lgbt+ haben. Ich bin Bi und Gott sei Dank haben alle denen ich das erzählt habe echt cool darauf reagiert. Mit 12 hab ich mich bei meinen Eltern geoutet allerdings über WhatsApp nach der Schule weil ich mich nicht getraut habe es ihnen persönlich zu sagen. Beide haben aber sofort gesagt das sich nichts in der Beziehung zu meinen Eltern ändern wird und so lange ich glücklich bin und gut behandelt werde alles in Ordnung ist. Es sollte mehr solcher Menschen geben wie meine Eltern oder Freunde

  15. Finde das so mutig von den beiden.. So toll und stark 🙂 .. Die Gesellschaft ist einfach zurück geblieben und einige sind krankhafte schisser die nur das Ideal vor den Augen haben und Angst vor def Vielfalt haben.. Finde dass so traurig.. Bleibt stark 🤘🏻💪🏻

  16. Ich lebe mitten in der Eifel und ich würde sagen, hier wird keiner, wegen anderen sexuellen Neigungen, ausgegrenzt 🤷🏼‍♀️ich kenne viele und kenne keinen der grosse Probleme damit hat ausser die ganzen Asylanten und und und die hier sind aber es wird akzeptiert und man wird nicht deswegen gemobbt

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